Rassestandard des MASTINO NAPOLETANO


 

 

 

FCI - Standard Nr. 197  /  10. 02. 1992  /  D 


ÜBERSETZUNG: Frau Michèle Schneider.

URSPRUNG: Italien

PUBLIKATIONDAT. DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES: 27. 11. 1989.

VERWENDUNG: Schutz- und Wachhund.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2   Pinscher und Schnauzer,
                                                        Molossoide  Schweizer
                                                        Sennenhunde und andere Rassen.
                                                        Sektion 2   Molossoide  Doggenartige Hunde.
                                                        Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS

Der Mastino Napoletano ist ein Nachfahre des großen römischen Molosserhundes, den Columelle im ersten Jahrhundert nach Christus in seinem Werk ?de re rustica? beschreiben hat. Die Römischen Legionen, an deren Seite er kämpfte, verbreiteten ihn in ganz Europa; er wurde zum Ursprung vieler doggenartiger Rassen in den Ländereien am Fuße des Vesuv und ganz allgemein in der Gegend um Neapel; dank der Hartnäckigkeit
und Opferbereitschaft einer Gruppe von Kynologen begann sei 1947 wieder eine
kontrollierte Zuchtauswahl.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD

Schwerer, massiger, stämmiger und großer Hund, dessen Körperlänge die Widerristhöhe übertrifft.

WICHTIGE PROPORTIONEN
· Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe um 10%.
· Die Kopflänge entspricht 3/10 der Widerristhöhe.
· Das Verhältnis Oberkopf zu Fang beträgt 2 zu 1.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN)

Beständiges, treues Wesen, ohne Grund weder
aggressiv noch bissig; dem Heim und seinen Bewohnern ist er ein stets wachsamer
Beschützter, intelligent, edel und majestätisch.

KOPF

Kurz und massig, am Jochbeinbogen breiter Schädel; die Kopflänge erreicht
ungefähr 3/10 der Widerristhöhe. Die reichlich vorhandene Haut bildet Runzeln
und Falten, deren typischste und ausgeprägteste vom äußeren Lidwinkel zum
Lefzenwinkel verläuft. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang
sind parallel.

OBERKOPF
Schädel : Der Schädel ist breit, flach, besonders zwischen den Ohren, und,
von vorne gesehen, in seiner Vorderpartie leicht konvex.  Seine Breite zwischen
den beiden Jochbeinen ist größer als die halbe Kopflänge. Die Jochbeinbogen
treten stark hervor, aber mit flachen Muskeln. Die Vorsprünge des Stirnbeins
sind stark entwickelt; die Stirnfurche ist ausgeprägt; der Hinterhauptfortsatz
ist kaum angedeutet.
Stop : Gut ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL


Nasenschwamm

In der Verlängerung des Nasenrückens gelegen, darf er nicht
über die vordere senkrechte Begrenzungslinie der Lefzen vorspringen; er muß
massig sein, mit großen, gut geöffneten Nasenlöchern. Seine Farbe hängt von
der des Haarkleides ab : schwarz bei schwarzen Exemplaren, dunkles Grau-Braun
bei Hunden anderer Farbe und braun bei braunem Haarkleid.
 

Fang

Er ist sehr breit und hoch; seine Läge entspricht der des Nasenrückens
und muß einem Drittel der Kopflänge entsprechen. Die Seiten sind parallel
zueinander, so dass der Fang von vorne besehen praktisch die Form eines Vierecks
hat.


Lefzen

Fleischig, dick und reichlich, von vorne besehen bilden die Oberlefzen
an ihrer Nahtstelle ein umgedrehtes V.
Der untere seitliche Saum des Fanges wird von den Oberlefzen gebildet; ihre
tiefste Stelle ist der Lippenwinkel mit sichtbaren Schleimhäuten vertikal
unterhalb des äußeren Augenwinkels.


Kiefer

Kräftig, mit starken Kieferknochen und perfekt zusammenpassenden
Zahnbogen. Der Kinnbacken muss in der Breite gut entwickelt sein.


Zähne

Weiss, gleichmässig entwickelt, gut ausgerichtet und vollzählig.
Scherengebiss, d.h. die oberen Schneidezähne bedecken die unteren mit engem
Kontaktschluss  und sie sitzen senkrecht im Kiefer, oder Zangengebiss, d.h.
dass die oberen Schneidezähne mit ihrem freien Ende die Spitzen der unteren
Schneidezähne berühren.


Augen

Die gut auseinanderstehenden Augen liegen nach vorne auf gleicher
Ebene; die Lidöffnung ist nahezu rund; der Augapfel liegt leicht eingebettet
Im Vergleich zur Fellfarbe ist die Farbe der Iris dunkler, jedoch darf das
Auge bei helleren Fellfarben ebenfalls heller sein.


Ohren

Im Verhältnis zur Größe des Hundes sind sie klein, von dreieckiger
Form, platt, an den Wangen anliegend und über dem Jochbeinbogen angesetzt.
Wenn sie kupiert sind, haben sie die Form eines nahezu gleichseitigen Dreiecks.

HALS
 

Profil: Die obere Linie ist leicht konvex.
 

Länge: Eher kurz, er misst ungefähr 2,8 / 10 der Widerristhöhe.
 

Form

Er hat die Form eines Kegelstumpfes und ist gut bemuskelt. Auf halber
Länge gemessen entspricht sein Umfang ungefähr 8 / 10 der Widerristhöhe.
 

Haut

Die Halsunterseite besitzt reichlich lockere Haut, die eine doppelte,
gut unterteilte, aber nicht gering ausbildete Wamme formt. Sie beginnt in
Höhe der Kiefereste und reicht nicht über die Halmsitte hinaus.

KÖRPER

Die Rumpflänge übertrifft die Widerristhöhe um 10 %.
Obere Profillinie : Die obere Rückenlinie ist gerade; der Widerrist ist breit,
lang und nicht sehr hervortretend.
 

Rücken

Er ist breit und seine Länge entspricht etwa 1/3 der Widerristhöhe.
Die Lenden müssen harmonisch in den Rücken übergehen und die Muskulatur muss
in der Breite gut entwickelt sein. Der Brustkasten ist geräumig mit langen,
gut gewölbten Rippen. Der Umfang des Brustkasten übertrifft die Widerristhöhe
um etwa ¼.


Kruppe

Sie ist breit, kräftig und gut bemuskelt. Ihre Neigung zur Horizontalen
beträgt, gemessen am Beckenknochen, ungefähr 30 %. Ihre Länge entspricht
3 / 10 der Widerristhöhe. Die Hüften stehen hervor, so dass sie die obere
Lendenlinie erreichen.


Brust

Sie ist breit und offen, mit gut entwickelter Brustmuskulatur. Ihre
Breite steht in direkter Beziehung zu der des Brustkastens und erreicht 40
? 45 % der Widerristhöhe. Die Brustbeinspitze liegt in Höhe der Schultergelenkspitze.

RUTE

Am Ansatz ist sie breit und dick; sie ist kräftig und verjüngt sich
zur Spitze hin. In der Länge reicht sie bis zum Sprunggelenk, aber üblicherweise
wird sie auf 2/3 ihrer Länge gekürzt. In der Ruhestellung wird sie herabhängend
als Säbelrute getragen; in der Bewegung hebt sie sich bis zur Horizontalen
oder etwas höher als der Rücken.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND

Die vorderen Gliedmassen sind in ihrer Gesamtheit, vom Boden
bis zur Ellbogenspitze, von vorne wie von der Seite betrachtet, lotrecht
und von kräftigem, der Größe des Hundes angemessenem Knochenbau.


Schultern

Ihre Länge beträgt etwa 3/10 der Widerristhöhe mit einer Neigung
von 50° - 60° zur Horizontalen. Die Muskulatur ist gut entwickelt, mit langen,
gut unterscheidbaren Muskeln. Der Winkel des Schultergelenks beträgt 105°
- 115°.


Oberarm

Er misst ungefähr 30 % der Widerristhöhe, seine Neigung zur Horizontalen
beträgt 55° - 60° und er ist mit kräftiger Muskulatur versehen.


Ellenbogen

Sie sind mit reichlich lockerer Haut versehen und liegen nicht
zu eng am Brustkasten an.


Unterarm

Seine Länge entspricht nahezu der des Oberarms. Er steht völlig
senkrecht und ist von kräftigem Knochenbau und mit gut entwickelter, trockener
Muskulatur versehen.

Vorderfusswurzelgelenk

Sehr breit,  trocken und ohne Verdickungen verlängert
sie die senkrechte Linie des Unterarms.


Vordermittelfuss

Flach, verlängert er die senkrechte Linie des Unterarms.
Seine Neigung zur Horizontalen nach vorn beträgt ungefähr 70° - 75°.. Seine
Länge entspricht ungefähr 1/6 der Gliedmassenlänge vom Boden bis zum Ellbogen.


Vorderpfoten

Von runder Form, gross mit gewölbten, gut geschlossenen Zehen.
Die Sohlenkissen sind trocken, hart und gut pigmentiert. Die Nägel sind stark,
gebogen und von dunkler Farbe.

HINTERHAND


Allgemeines

In ihrer Gesamtheit müssen sie kräftig und robust sein, im
Verhältnis mit der Größe des Hundes stehen und den bei den Gangarten gewünschten
Vortrieb gewährleisten können.


Oberschenkel

In der Länge misst er 1/3 der Widerristhöhe und seine Neigung
zur Horizontalen beträgt ungefähr 60°. Er ist breit, mit dicken, hervortretenden
aber gut voneinander abgesetzten Muskeln.  Oberschenkel und Becken bilden
einen Winkel von 90°.


Kniegelenk

Der Winkel zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein beträgt
ungefähr 110° - 115°.


Unterschenkel

In der Länge etwas kürzer als der Oberschenkel und mit einer
Neigung von 50° - 55° ; er ist von starkem Knochenbau und mit gut sichtbarer
Muskulatur versehen.


Sprunggelenk

Sehr lang im Vergleich zur Unterschenkellänge, seine Länge
beträgt etwa 2,5/10 der Widerristhöhe. Der Gelenkwinkel zwischen Schienbein
und Fußwurzel beträgt 140° - 145°.


Hintermittelfuss

Trocken und kräftig, nahezu zylindrisch; völlig lotrecht,
seine Länge beträgt ungefähr ¼ der Widerristhöhe; eventuell vorhandene Afterkrallen
müssen entfernt werden.


Hinterpfoten

Kleiner als die vorderen, rund mit gut geschlossenen Zehen,
Sohlenkissen trocken, hart und pigmentiert. Nägel stark, gebogen und von
dunkler Farbe.

GANGWERK

Sie stellen eines der typischen Merkmale der Rasse dar. Im Schritt
ist der Gang katzengleich wie der Schritt des Löwen, langsam und dem eines
Bären ähnelnd.

 Der Trab ist gekennzeichnet durch starken Schub der hinteren und weites
Ausgreifen der vorderen Gliedmassen. Der Hund verfällt selten in den Galopp;
übliche  Gangarten: Schritt und Trab. Passgang wird toleriert.

HAUT

Am ganzen Körper dick, reichlich und locker, besonders am Kopf, wo
sie zahlreiche Falten und Runzeln bildet, und an der Halsunterseite, wo sie
eine doppelte Wamme formt.

HAARKLEID

HAAR

Kurz, rauh und hart, dicht, überall von gleicher Länge und gleichmässig
glatt, dünn und höchstens 1,5 cm lang. Es darf keinerlei Anzeichen von Fransen
zeigen.

FARBE

Die bevorzugten Farben sind : grau, bleigrau und schwarz, aber auch
braun, falbfarben und intensiv falbfarben (hirschrot), manchmal mit kleinen
weißen Flecken an Brust und Zehenspitzen. Alle Farben dürfen gestromt sein.
Die Farbtöne haselnussbraun, taubengrau und isabellfarben werden toleriert.

GRÖSSE UND GEWICHT


Widerristhöhe

Rüden 65 bis 75 cm.
Hündinnen 60 bis 28 cm.
Man gewährt nach oben und unten eine Toleranz von 2 cm.


Gewicht

Rüden 60 bis 70 kg.
Hündinnen 50 bis 60 kg.

FEHLER

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen
sollte.

SCHWERE FEHLER
· Ausgeprägter Vorbiss.
· Trompetenrute.
· Größe außerhalb der angegebenen Toleranzen.



AUSSCHLIESSENDE FEHLER
· Rückbiss.
· Ausgeprägte Konvergenz oder Divergenz der Begrenzungslinien Schädel-Fang.
· Nasenrücken konkav oder konvex oder stark gekrümmt.
· Völlig depigmentierter Nasenschwamm.
· Beidseitig völlig depigmentierte Lidränder.
· Wechselauge.
· Schielen.
· Fehlen von Falten, Runzeln oder Wamme.
· Schwanzlosigkeit oder Stummelschwänzigkeit, gleich ob angeboren oder herbeigeführt.
· Sehr ausgedehnte weiße Flecken.
· Weiße Abzeichen am Kopf.


Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen,
müssen disqualifiziert werden.


N.B.

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
die sich vollständig im Hodensack befinden.


Quelle FCI
 

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Letzte Aktualisierung : Samstag, 09. Februar 2008 20:53:29

 

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